Gedanken

Im stetigen Fluss des Wandels

8. Januar 2018

Wandel! Was heißt denn überhaupt Wandel?

            „…der Vorgang, dass ein Zustand in einen anderen Zustand übergeht…“

So, aber heißt es, wenn es von einem Zustand in einen anderen übergeht, dass es automatisch schlechter sein muss? Ja klar, gehen manche davon aus, dass zuerst etwas Schlimmes passieren muss bevor es dann richtig gut wird.

Ich finde das überhaupt nicht. Für mich bedeutet Wandel, mich von meinem jetzigen „IST“-Zustand in einem anderen zu bewegen, ein Schritt näher hin zu meinem inneren, wahren „Ich“. Auch wenn ich mein Weg gefunden habe, kommen relativ oft „Seitenhiebe“ die mich ein wenig auf meinem Weg schwanken lassen.

Immer gefasst auf die kommende Welle des Wandels

Am Freitag war ich Einkaufen, stellte mich auf einem Parkplatz, der weder für Behinderte war, noch für Mütter mit Kinderwagen, ein ganz normaler Parkplatz, aber eben nähe Eingang. Dachte mir nichts dabei, stieg aus und plötzlich erreichte meine Ohren ein lautes „HEY“! Tja nun stand ein Herr neben mir total aufgelöst, fuchtelte mit den Händen und meinte „Sagen Sie mal, Ihnen hackt es wohl!“. Ja klar dachte ich mir, was denn sonst.

„Sie sind doch so jung und können wohl die paar Meter laufen und müssen nicht einem kranken Menschen oder älteren den Parkplatz wegnehmen!“. So nun hatte ich mehre Möglichkeiten. Anfangen mit ihm zu diskutieren, umparken oder einfach kurz reingehen und meine Einkäufe erledigen.

Richtig, ich habe mich dafür entschieden meine Einkäufe kurz zu erledigen und dann nach Hause zu gehen. Ich habe einfach keine Kraft und keine Zeit mehr mich auf solche Diskussionen einzulassen. Kurze Zeit später, wurde ich gefragt, warum ich denn so schwer atmen würde?! Ich erklärte kurz was los ist und prompt Sekunden später bereute ich das zutiefst. Warum? „Ach Sie haben MS? Hat mein Bekannter auch, Sie sind doch auch geistesgestört oder? Machen Sie sich aber nichts draus, verrückt sind wir alle!“

Ja klar, darauf reagiere ich selbstverständlich nur mit einem Kopfschütteln, tiefer Seufzer und weiter geht’s! Mittlerweile denke ich mir, dass das alles passieren muss. Ein Wandel in die richtige Richtung. Ein Wandel hin zu mehr Veränderung. Im positiven Sinne.

Denn wie ich die letzten Tage feststellen musste, bedarf es noch an ganz viel Aufklärungsarbeit MS betreffend. Einige Menschen werden zwar enttäuscht sein, dass man aufgrund der MS nicht zum Michael Jackson „Thriller“ mutiert, aber doch, ich fühle mich angesprochen mehr für die Aufklärung dieser Krankheit zu tun.

In meine jungen Jahren war es schwer zu akzeptieren, dass es eben Dinge gibt die man nicht ändern kann. Doch mit der Zeit wurde es besser, ich lernte mich in den Wellen des Wandels fallen zu lassen. Lernte auf diese Wellen zu reiten, was mir sehr gut bekam. Es nimmt mich nicht mehr mit, wenn Menschen versuchen mich persönlich anzugreifen, sondern ich versuche das Beste daraus zu schöpfen, in dem ich mich frage ob es viel mehr Menschen gibt die so denken und wenn ja was kann ich dazu beitragen, damit eben diese Menschen die MS nicht mehr Fehlinterpretieren.

Also lasst euch nicht ärgern meine lieben oder verletzen, wenn manche Menschen euch schlecht behandeln oder die MS auf Anhieb nicht verstehen, denn denkt daran, wir haben sie am Anfang auch nicht verstanden was sie tut, wie sie ist oder tickt.

Fühlt euch doll gedrückt und haltet die Ohren steif.

Eure,

Claudia

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