Gedanken

Mein Leben voller Extreme

1. Dezember 2017

Nun sitze ich mit meinem Laptop auf dem Schoss und verfasse diese Zeilen. Warum ich mich schneller zurückmelde als erwartet? Es wird denke ich mein vorerst letzter Beitrag werden, denn so wie der Titel es schon erahnen lässt -> Mal brauche ich eine Zeit voller Action und dann eine Zeit voller Stille.

Das war schon immer so! Seitdem ich mich kenne! Und genau damit, hat mein Leben mit Extremen angefangen. Es war immer ein Auf und Ab. Sehr schnelllebig, sehr hart und mit der Zeit habe ich die Abkapselung von der Außenwelt gebraucht, nein nicht gesucht, ich habe sie gebraucht.

Ich weiß noch als ich mein Mann kennenlernte meinte er zu mir „Schatz, meinst du nicht es ist besser unter Menschen zu gehen, bevor du in deinem Eck versauerst?“ Jetzt nach knapp 9 Jahre Ehe versteht er warum ich diese Zeit brauche. Es passieren Dinge in mein Leben, die erfordern sofortige Entscheidungen. Dinge für die ich mir keine lassen kann, sondern ich MUSS handeln.

Das geht mit den Jahren an die Substanz. Dabei den Verstand nicht zu verlieren, trotzdem jedem ein Lächeln schenken, obwohl man innerlich gerade in einer total anderen Sphäre herumgeistert, ist mittlerweile – ja auch wenn sich das arrogant anhört – für mich eine hohe Kunst.

November hatte es in sich gehabt, was Extreme angeht. Ich verlor einige Familienmitglieder, was nicht ganz einfach war. Heute standen ein paar Besorgungen an und meine Mutter zum rumänischen Reisedienst bringen, weil sie ein Paket für Rumänien abschicken musste.

Nebenbei erwähnte sie, sie hätte einen Arbeitsunfall gehabt und noch nicht beim Arzt war. Ich fragte sie was passiert sei. Nachdem sie es mir erzählte fuhr ich direkt in die Unfallchirurgie und ab da hieß es bangen. Ich fühlte mich alleine, verloren, denn irgendwie ging es mir nicht wirklich gut, nach den Schicksalsschlägen der jüngsten Vergangenheit.

Das reichte natürlich nicht, mein Herzmann wurde auch krank. Also hatte ich die Qual der Wahl. Bleibe ich Zuhause und pflege mein Herzmann oder kümmere ich mich um meine Mutter?! Also versuchte ich beide unter einem Hut zu bringen – was nicht ganz war wie es sich rausstellte. Aber genau diese Herausforderungen haben mir gezeigt wie Robust unser Körper ist. Wieviel er mitmachen kann und einfach sich ein Weg durch schwierige Zeiten bannt und auf sich aufpasst, dass er nicht kollabiert. Danke lieber Körper ❤️.

Nun haben wir den 01 Dezember 2017 und ich fühle mich irgendwie fertig, geschlaucht aber auch gestärkt. Passt nicht ganz zusammen, aber so ist es. Vor allem seelisch finde ich immer mehr meine Ruhe. Ich habe stark das Bedürfnis nach Ruhe, nach Entschleunigung. Ich muss zwar seit Jahren nicht mehr überall dabei sein, alles „mitnehmen“ nur um nicht das Gefühl bekommen zu müssen ich würde im Leben etwas verpassen.

Nein ich sehne mich nach Ruhe, Gradlinigkeit, Rückzug und vor allem nach ganz viel Dankbarkeit. Auch wenn ich nicht alles habe, vor allem aber keine vollständige Gesundheit mehr, bin ich jeden Tag dankbar für all die Kraft die ich finde um allen Widrigkeiten die Stirn zu bieten.

Trotz den vielen Schicksalsschläge habe ich die letzten Wochen Zeit gefunden um nicht nur meine Gedanken zu sortieren, sondern ich habe auch angefangen eine radikale Seelenreinigung durchzuführen. Hört sich einfacher als es ist, aber es tut mir unheimlich gut. Es fokussiert, es weckt und das Wichtigste ich bleibe jeden Tag bei mir, schreite Schritt für Schritt BEWUSST voran. 

Die Verluste die ich erlitt, haben mir nochmal nahegebracht und gezeigt, dass es all die Jahre eine richtige Entscheidung war mich a.) NICHT aufzugeben, b.) mir immer treu zu bleiben und das egal was andere sagen oder was sie von mir denken. Natürlich stoße ich niemanden vor dem Kopf, das ist nicht meine Art und je friedlicher ein Umgang miteinander ist, desto glücklicher die Claudia.

Mich ziehen immer mehr “verlassene” Ort in die Bann. Ich brauche kein Trubel mehr, kein Stress, aber umso mehr ruhige Orte. Orte an denen ich komplett mit der Natur verbunden sein kann

Zwei wichtige Punkte haben mich die letzten Wochen begleitet. 

  1. Ein starkes Gefühl – ja vielleicht war/ist es Intuition – drängte mich genau dahin, wo andere Hilfe brauchten. Ich konnte ganz unverkrampft, ohne nach jemanden suchen das vielleicht meine Hilfe braucht, Menschen helfen und es tat so verdammt gut, im richtigen Moment am richtigen Ort zu sein.
  2. Durch die Schicksalsschläge merkte ich wie viel Liebe Menschen in sich tragen und wie wenig wir davon Preis geben. Es gibt nicht nur die EINE Liebe von Mann zu Frau die bis ans Lebensende hält. Es gibt auch die Liebe zu einer besten Freundin, zu Pflanzen, zu Tieren, zur Familie, zur Oma, zum Opa etc..
    Man liebt auf so viele Arten und Weisen, dennoch fällt es den Menschen schwer entweder diese Liebe zu zeigen oder sie für sich zu behalten. Scheut euch nicht den Menschen die ihr liebt zu sagen ihr habt sie lieb, ihr freut euch dass die gewisse Person in euer Leben ist. 

Nun, meine lieben, verabschiede ich mich von euch und wünsche euch gaaaaanz viel Kraft, Mut und Liebe. Ihr seid stark und ich glaube an euch.

Falls wir uns hier nicht mehr lesen sollten, wünsche ich euch vom ganzen Herzen ein gesegnetes Weihnachtsfest und passt auf euch auf.

Drück euch,

Claudia

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