Gedanken

Reichtum

26. November 2017

Definition laut Wikipedia:

„…bezeichnet den Überfluss an geistigen oder gegenständlichen Werten. Was man unter Reichtum versteht, hängt von subjektiven und zum Teil höchst emotionalen bzw. normativen Wertvorstellungen ab. In den modernen Industriestaaten wird Reichtum häufig ausschließlich quantitativ auf Wohlstand und Lebensstandard bezogen, obwohl er sich tatsächlich nicht auf materielle Güter reduzieren lässt. Die Bedeutung geistigen Reichtums wird häufig unterschätzt, u. a. weil er nur schwer messbar ist. Gesellschaftlich gesehen erfordert Reichtum die allgemein akzeptierte Übereinkunft, dass Dinge, Land oder Geld jemandem gehören und dass dieses Eigentum geschützt wird. Das Verständnis von Reichtum unterscheidet sich in verschiedenen Kulturen und ist zum Teil Gegenstand heftiger Debatten. Das Gegenteil von materiellem Reichtum – sprich: der Mangel an Gütern bzw. ein überdurchschnittlich niedriger quantitativer Wohlstand – wird als Armut bezeichnet, auch hier gibt es die Unterscheidung zwischen materieller und geistiger Armut.“ – Wikipedia

Warum schreibe ich ein Beitrag über Reichtum? Nun ja, ich wurde diese Woche so ziemlich mit diesem Thema konfrontiert. Angefangen hat es schon am Montag. Ich war in Basel, hatte ein Kundentermin um die Mittagszeit. Es war anstrengend, denn nicht lange danach wurde es mir richtig schlecht, so schlecht, dass ich nicht wusste wie ich nach Hause fahren sollte. Nun wie dem auch sei, ich kam irgendwann an und war total fertig mit der Welt. Nicht nur körperlich auch seelisch. An dem Abend stellte ich mir zum ersten Mal bewusst seit einiger Zeit die Frage: „Claudia, was bedeutet Reichtum?“

Reichtum bedeutet für mich, wenn man sich an den kleinen Dingen des Lebens erfreuen kann

Bewusst fragte ich mich wo beginnt der Reichtum und wo endet er?! Was bedeutet materieller, was immaterieller Reichtum?! Dieses Thema begleitet mich schon ein Leben lang, doch so präsent wie in letzter Zeit war es noch nicht wirklich. Ich war/bin immer der Meinung, dass geistiger/seelischer Reichtum am wichtigsten ist, doch irgendwie musste ich MAL wieder feststellen, dass es dem nicht immer so ist.

Warum streben Menschen so sehr nach viel Geld, nach Vermögen, nach immer mehr und mehr unterm Kissen scheffeln? Ich mein man nimmt doch nichts mit ins Grab an Habseligkeiten. Ich bin der Typ Mensch, der nach Menschlichkeit, nach Liebe, nach Hingabe lechzt. Ich brauche das miteinander. Warum? Weil ich ganz genau weiß wie es ist KEIN Geld zu haben. Abends in den Wald zu gehen um Beeren zu pflücken sonst wäre ich an Unterernährung, gestorben. Mit schwere Anämie in die Schule hocken und jede Sekunde beten, dass irgendwo ein bisschen Kraft herkommt um durchzuhalten, nicht vor den anderen zusammenbrechen.

Dann kam auch bei mir der Zeitpunkt in der ich mir geschworen hatte, alles dafür zu tun um nie nie nie wieder Hunger leiden zu müssen. Ich wollte Karriere machen, wollte viel Geld verdienen, damit es mir nie wieder an etwas fehlt. Doch dieses „Arsch“ sein lag mir nie, denn ich lebe mit dem Herzen, war nie ein Kopfmensch, nie rational. Je älter ich wurde, desto schlimmer wurde es mit der Habgiererei um mich herum. Traurig. Zum Glück habe ich mit den Jahren auch ganz liebevolle Menschen kennengelernt mit denen ich viel teilen kann. Zum Beispiel guter Humor, tolle magische Momente.

 

Es ist wichtig, Menschen um sich herum zu haben die einem das Gefühl geben, genau richtig zu sein wie man ist

Der schlimmste Tag diese Woche, war der Freitag. „Black Friday“. Allerdings BLACK. Traurig. Deprimierend. Beängstigend. Nicht nur, weil ich meine Meinung dazu geäußert hatte und naja nicht auf Zustimmung stoß. Ich merkte auch relativ schnell, dass ich mit dem Feuer spiele in dem ich behauptete, wie ärgerlich und traurig ich sei, dass man diese Schichttrennung immer mehr merkt. Wie nicht gut betuchte Menschen die Läden einrennen in der Hoffnung doch noch an ein Traumgeschenk für die Kinder, Enkel zu ergattern. Eines von den Geschenken, dass sie sich sonst nicht leisten können.

Es brach mir das Herz an dem teuersten Laden Freiburgs vorbeizulaufen und mitzubekommen wie eine Mutter von 3 Kindern weinte, weil ihr 5 Euro für ein Armband fehlten. Das Armband war für die Tochter und war von 49,90 € auf 25,- € runtergesetzt, doch das Geld reicht ihr nicht. Da stand ich mit einem Kloß im Hals, 1000 Gedanken in meinem Kopf, mich fragend warum diese Menschheit so grausam geworden ist?! Wo ist die Gerechtigkeit hin?

Warum muss man sich zum Beispiel Stühle in Wert von einzeln weit über 400,-€ kaufen, wenn auch einer für 100,- € es tun würde. Warum muss es eine Designercouch sein weit über 8000,- € wenn es auch für 1500,- auch tun würde. Diese Konsumgesellschaft ist hart. Es gibt so viel Auswahl, dass man mit dem ganzen Sortiment einfach überfordert ist. Und am traurigsten macht mich die Tatsache, dass es immer mehr darauf ankommt wieviel man verdient, erst dann, wenn man weit über die Durchschnittsgrenze liegt, als JEMAND angesehen und behandelt wird.

Ich liebe Menschen, die sich an den kleinen Dingen des Lebens erfreuen können. Die es zu schätzen wissen, dass man nicht immer ein dickes Portemonnaie haben muss um glücklich zu sein. Das Mitgefühl oft viel viel mehr Wert ist, als mit einem Porsche vor die Tür zu fahren.

Für mich ist geistiger Reichtum weit viel wichtiger, wertvoller als super mega viel Geld zu haben. Ich habe nicht viel, besitze auch kein Vermögen, aber ich denke etwas viel Wertvolleres zu besitzen. Mitgefühl, Hilfsbereitschaft (nein hat nicht mit Maria Theresa sein wollen, obwohl sie eine sehr weise Frau war), Liebe im Herzen, Kampfgeist und eine unersättliche Willensstärke.

Jeder muss wissen, was ihm wichtig/wichtiger ist, doch die Meinungsfreiheit darf man keinem nehmen und schon gar nicht aggressiv, verständnislos darauf reagieren, wenn man seine Meinung äußert und der eigenen NICHT entspricht. Ach ich glaube das nennt man Toleranz/Akzeptanz. Ja ich bin direkt, doch nie aus Boshaftigkeit, nie aus Neid. Ich wünsche mir nur ein wenig Gerechtigkeit auf dieser Welt. Wenn Kinder weinen oder unglücklich sind, dann bricht mir das Herz, dann möchte ich am liebsten ganz schnell, ganz viel Geld verdienen nur um diese kleine, unschuldige Seelen von Menschen Lachen zu sehen. Ihnen eine Freude zu machen.

Seit der Diagnose habe ich es zu schätzen gelernt wie wichtig es ist sich selber nicht zu verlieren. Nie das Opfer seiner selbst zu werden. Wir sind alle Kämpfer und Kinder des Universums. Bitte bitte lasst uns anderen eine Freude mehr zu bereiten, ein Lächeln mehr ins Gesicht anderer zu zaubern. Glaubt mir ihr werdet euch befreit, gut und gestärkt, fühlen. Gestärkt mit neuer Energie. Energie die ihr für euch selber braucht, aber auch für eure Herzensprojekte die ihr habt.

Ich kann nicht hochklettern, nicht weit springen, aber ich bin bei allem mit vollem Herzen dabei

Drücke euch ganz doll und wünsche euch vom ganzen Herzen einen guten, freudigen, lebendigen, unvergesslichen Start in die neue Woche.

Eure,
Claudia

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