Gedanken

Emotionale Abhängigkeit

28. Juli 2017

Eigentlich wollte ich diesen Beitrag schreiben, bevor meine Cousinen aus Rumänien kamen, doch wie das Schicksal es so wollte schreibe ich ihn jetzt, weil ich wohl zur emotionalen Abhängigkeit noch etwas dazu lernen sollte. Doch bevor anfange euch zu erzählen wie ich den Umgang mit nahestehende Menschen die emotional abhängig sind, erlebt habe, möchte ich euch meine eigene Abhängigkeit kurz niederschreiben.

In der Psychologie nennt sich diese Abhängigkeit glaube ich, Co-Abhängigkeit. Man selber möchte das nicht wahrhaben, doch leider habe ich viel zu oft erlebt und an mir beobachtet wie ich mich emotional von einer Person abhängig machte. Sei es mein Vater, – ihm gegenüber machte ich mich anhängig, weil ich Angst hatte, dass er austickt, dass er mich schlägt sobald ich ihn verärgere – dem ich mich untergeordnet hatte nur damit ich keine Dresche mehr riskiere.

Oder aber sei es von anderen Menschen, vor allem jenen ich mein Vertrauen schenkte, mein Herz und meine Liebe. Warum ausgerechnet diese Menschen? Weil ich Verlustängste hatte. Negative Gedanken, sie könnten mir die Freundschaft, die Liebe kündigen einfach so, von jetzt auf jetzt. Tja, und dann ordnete ich mich unter. Wollte alles tun, nur damit ich die Menschen eines Tages nicht verliere. Liest sich schon ein wenig skurril und crazy das Ganze 🙄.

Mein Verhalten anderen Menschen gegenüber wurde mit der Zeit immer mieser und mieser. Und weil ich dachte, ich könnte ohne diese Menschen nicht leben, verhielt ich mich total schlecht, wurde beleidigend, wenn es nicht so lief. Was ich nach einiger Zeit merkte war, dass ich mich immer genau dann emotional von jemand abhängig machte, wenn ich etwas lernen sollte, wenn ich in meiner eigenen Sackgasse endete.

– Verliere dich nie aus den Augen, egal wie mies ein Tag ist oder ein Menschen zu dir –

Hört sich jetzt für einige vielleicht lächerlich oder komisch an, doch immer, wenn ich meinen Weg gefunden habe – mein richtiger Weg –, so richtig mit meditieren, mich nur auf mich konzentrieren, trat ein Mensch in mein Leben auf (ob jetzt Männlein oder Weiblein) welches mich immer aus dem Konzept brachte. Mich an meinem Weg zweifeln ließ. Bin ich richtig? Ist es das was ich will? Möchte ich auf meinem bewährten Weg bleiben oder lasse ich mich schnell davon abbringen? Und jedes Mal, kam ich von meinem Weg ab, schweifte in die Ferne, ließ mich durch mein Gegenüber erblinden, auf die falsche Fährte treiben, mich weit weg von meinem Selbst. Das ging so weit, dass ich mir irgendwann einredete nicht ohne diese emotionale Abhängigkeit leben zu können.

Welch ein Mist.

Erst als ich zu den Personen Abstand gewann, merkte ich wie sehr ich mich selber ich mich verloren hatte, wie sehr ich mich auf diese Personen konzentriere und nicht auf mich. Es tat sehr weh im ersten Moment und dachte ich würde es nicht überleben, doch eine Kraft trieb mich immer wieder in die richtige Richtung, näher zu mir selber.

– verliere dich nie aus den Augen, nie deine Schönheit und nie deine Individualität –

Was das mit meiner Cousine zu tun hat? Nun ja, durch sie und durch ihre schlechte Laune brachte ich mich erst dazu näher hinzusehen was ihr Problem sein könnte, warum sie so ist wie sie ist und ob sie es mit Absicht tun würde. Nein, lautet die Antwort. Sie ist sehr an ihre Eltern emotional gebunden. Sie müssen mehrmals am Tag telefonieren, sie muss immer erklären was sie tut, mit wem sie etwas tut. Schlimmer finde ich, dass ich das auch noch so will. Sie möchte einfach jemanden haben der sie anleitet, ihr zeigt was sie machen muss, vor allem wie sie es machen muss.

Ich mein klar, ist es bequem, aber will man das auf Dauer? Will man sich gefühlstechnisch von einer Person so sehr abhängig machen, als dass man das Gefühl bekommt ohne diese Person wäre man nicht fähig zu überleben? Für mich kann ich sprechen, NEIN! Ich möchte das nicht mehr.

Meine Prioritäten habe ich anders im Leben gesetzt. Ich stehe an erster Stelle, dann der Partner, Job, Freizeit,..und und und! Was ich befürchte ist nur, dass mir das solange passieren wird (also, dass ich mich emotional von einer Person abhängig mache) bis ich gelernt habe, bei meinen Prioritäten zu bleiben. Mir treu zu bleiben. Nicht immer gleich denken zu müssen ich könne ohne diese Person nicht existieren, denn das stimmt nicht.

– Individualität bedeutet immer man selbst zu sein, egal durch wieviel Spiegel, Fenster oder Augen man sich betrachtet –

In diesem Sinne meine Lieben, wünsche ich euch viel Kraft 💪🏻. Viel Kraft die richtigen Entscheidungen im Leben zu treffen und vor allem euch nicht von irgendeiner Person abhängig zu machen. Das ist das Schlimmste überhaupt. Also seid ihr selber, verfolgt eure Ziele und lasst nur die Menschen in euer Leben rein die es auch zu schätzen wissen, dass ihr anders seid. Anders im Sinne 😔 von sehr gut.

Schicke euch eine dicke Umarmung und eine große Portion Kraft um alles gut überstehen zu können.

 

Eure,

Claudia

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